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Was ist Heimat? {Zillertaler Krapfen}

Diese Frage habe ich mir gestellt, als zum Bloggerevent #allyouneedisheimatküche aufgerufen wurde. Denn, wenn ich ehrlich bin, spielt dieses Thema für mich keine große Rolle. 

 

 

Aber ja, wenn ich so recht darüber nachdenke, bin ich durch und durch ein Frankfurter Mädchen. In Frankfurt bin ich geboren und aufgewachsen, habe dort mehr als mein halbes Leben verbracht und fühle mich, auch Dank Familie und Freunden, genau da Zuhause. Als es mich dann vor mehr als 20 Jahren ins Zillertal verschlagen hat, ist dieses Tal tatsächlich zu meiner neuen Heimat geworden. Oder ist es "nur" mein Lebensabschnittsdaheim?

 

 

Da fragt sich doch Frau Google (das wäre ich), was Wikipedia dazu sagt. Hier finde ich wie so oft auch keine Antwort auf meine Frage. Genau das gefällt mir übrigens besonders gut an dieser Website: Man sucht sich einfach den Abschnitt, der einem am besten gefällt und schon ist die Antwort, die man gesucht hat, gefunden. In diesem Fall überspringe ich einfach ein paar Absätze und bleibe an dieser Aussage hängen:

 

"Heimat könne auch „neu gewonnen […] werden“,[5] da der Heimatbegriff die Möglichkeit auf Beheimatung einschließe – also auf Aneignung einer vertrauten Lebenswelt und Ausbildung sozialer Zugehörigkeiten."

 

 

Aber nun mal wieder zurück zu unserer #allyouneedis - Aufgabe im Monat April: Heimatküche. Damit haben sich viele Blogger heute beschäftigt. Die Links zu den Beiträgen findet ihr am Ende des Posts. Ich bin schon gespannt, für welche Gerichte sich alle entschieden haben.

 

Ich habe mich nun für ein Gericht meiner neuen Heimat entschieden. Warum? Weil´s lecker ist und weil ich dieses regionale "Arme-Leute-Essen" schon immer mal posten wollte. Erstaunlich aber wahr: Obwohl jeder Zillertaler alle Zutaten zu Hause hat, scheuen viele die Arbeit, die dahinter steckt. Hauptgrund hierfür ist vor allem "das Treiben der Blätter". Was sich hier so romantisch anhört, ist eine nette Umschreibung einer Schwerstarbeit. Dieses Handwerk beherrschen fast ausschließlich ältere Frauen, also sozusagen die Oma der Freundin der Tante, oder so ähnlich. Diese Krapfen sind nämlich gefüllte Teigtaschen, die in Butterfett ausgebacken werden und das Ausrollen des Teiges in halbwegs runder Form nennt man eben "Kropfnblattlang treiben". Als "Zugereiste" mach ich mir das ein bisschen einfacher, aber dazu im Rezept mehr. Hier findet ihr ein sehr authentisches Video, in dem gezeigt wird, wie es richtig geht :-) und eine Übersetzung noch dazu! 

 

 

Ach ja, und so weit weg der alten Heimat bin ich dann wieder gar nicht, denn die alternative zum Zillertaler Käse, der verarbeitet wurde, ist Harzer Käse. Und für welches Nationalgericht wird eben genau dieser verwendet? Genau, für Handkäs mit Musik!

 

 

 

Zillertaler Krapfen (ca. 50 Stk.)

 

Für die Krapfenblätter:

 

  • 250 g  glattes Weizenmehl

  • 250 g Roggenmehl

  • 1 TL Salz

  • ca. ½ Liter Milch - Wasser - Gemisch ( halb Wasser, halb Milch)

 

Für die Füllung:

 

  • 1 kg Kartoffeln

  • 100 g Graukäse ( z.B. hier: https://www.erlebnissennerei-zillertal.at/unsere-lebensmittel/produkte/)(Alternativ kann auch Harzer Käse verwendet werden)

  • 125 g Bröseltopfen oder Quark

  • 1 Bund Schnittlauch (in feine Ringe geschnitten)

  • 1 TL Salz

 

Butterschmalz zum Ausbacken

 

optional: Sauerrahm (Saure Sahne)

 

 

Mehl mit dem Salz vermengen, nach und nach die Flüssigkeit zufügen und zu einem geschmeidigen Teig verkneten (sollte nicht zu fest sein). Den Krapfenteig abgedeckt ruhen lassen.

 

In der Zwischenzeit die Kartoffeln weich kochen, schälen und durch eine Presse drücken oder zerstampfen. Den Käse zerkleinern und mit dem Salz, dem Schnittlauch, dem Topfen und den Kartoffeln gründlich vermengen.

 

(Für die Krapfenblätter wir der Teig zu einer ca. 5 cm dicken Rolle geformt. Etwa 2 cm Breite Streifen von der Rolle abschneiden, eine Kugel formen, diese platt drücken und auf dem mit Mehl bestäubten Arbeitsbrett mit einem Nudelholz zu einem dünnen runden Blatt austreiben.)

 

Ich lasse den Teig durch meine Nudelmaschine bis zur mittleren Stufe und steche auf einer gut bemehlten Arbeitsfläche Kreise mit einem Durchmesser von etwa 12 cm aus :-)

 

Nun die Blätter mit je einen EL der Kartoffelmasse füllen, zusammen klappen und fest andrücken. Sollte der Teig angetrocknet sein und/oder nicht zusammenkleben, die Blätter mit wenig!!! Wasser benetzen.

 

Butterschmalz in einer großen, tiefen Pfanne erhitzen (bis es leicht raucht) und die Krapfen kurze Zeit in kleinen Portionen schwimmend darin ausbacken (nachdem die Unterseite gebräunt ist einmal wenden).

 

Wer mag, reicht zu den Krapfen ein Schälchen Sauerrahm.

 

 

 

 

 

...und wieder einmal war das fräulein glücklich!

 

 

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