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Kindheitstrauma {Handkäs mit (roter Beete) Musik}

Also, jetzt mal Hand aufs Herz, welche Mutter kennt nicht die Situation: 

Kind: "Was ist denn das?" Mutter: "Probier doch erstmal." Kind: "Aber was ist DAS denn?" Mutter: "Wirst schon sehen, das schmeckt dir sicher." Kind: Warum sagst du mir nicht einfach, WAS DAS IST?"

 

Und dann kommt in der Regel die Auflösung und Kind weiß, dass es DAS ja schon mal probiert hat und Kind kann sich auch erinnern, dass ES ihm nicht geschmeckt hat. Bei meinem Töchterchen war das ganz einfach. Probiert wurde immer, ganz gleich, was auf den Teller kam. Allerdings hieß das nicht, dass es ihr dann auch geschmeckt hätte oder sie gar alles aufgegessen hätte. Aber immerhin: Ein Haps musste es schon sein. Geschmäcker verändern sich ja bekanntlich.

 

 

Bei mir war das leider anders. Soweit ich mich erinnern kann (und da frag ich auch nicht genauer nach), habe ich Speisen nur dann probiert, wenn ich fest davon überzeugt war, dass ich sie auch mag. Das führte doch tatsächlich dazu, dass es auch heute noch Gerichte gibt, die ich nie und nimmer gegessen habe und wohl auch nie und nimmer probieren werde.

 

Aber manchmal muss man sich eben Herausforderungen stellen. Punkt! Und wer nun glaubt, mein Kindheitstrauma wäre Handkäs mit Musik, der täuscht sich gewaltig. Schließlich bin ich ja ein Frankfurter Mädchen. Und hallo! Den nehmen wir Hessen ja sozusagen schon mit der Muttermilch zu uns.  Es ist die Rote Beete, die mir immer schon ein Dorn im Auge war und auch heute hab ich da so meine Berührungsängste. Der Klassiker in jedem Retro-Salat ist mir ein Grauen und Rote-Beete-kontaminierte Nachbarn werden sofort großzügig von meinem Teller entfernt.  Meist bleibt dann nicht mehr viel übrig!

 

 

Und warum nun gerade heute und hier ein Gericht mit meiner absoluten Anti-Lieblings-Zutat? Weil sich einige Blogger dieser Aufgabe gestellt haben: "Früher Pfui, heute Hui!" - Wir stellen uns unseren kulinarischen Albträumen." Wir haben unsere inneren Schweinehunde überwunden, uns an unsere Grenzen gewagt und Gerichte auf den Teller gebracht, die nach Versöhnung schreien. Am Ende des Artikels findet ihr die Links zu den anderen Beiträgen. Ich freu mich drauf und kann es kaum erwarten, sie zu lesen. Für eine zweite Chance ist es eben nie zu spät!

 

Ach ja, mein Trick? Na ja, sagen wir mal so: Handkäs mit Musik schmeckt so intensiv nach Käse, Zwiebeln und Essig, dass sogar Rote Beete klein bei gibt und sich ganz schön zurück hält.

 

 

 

Handkäs mit Roter Beete Musik (vier Personen)

 

 

 

Zutaten:

 

1 Apfel

Saft einer Zitrone

400 g Harzer Käse

200 g Rote Beete gegart

200 g Zwiebel

5 EL Apfelwein

8 EL Weißweinessig

4 EL Rapsöl

Salz und Pfeffer aus der Mühle

 

Zubereitung:

 

Den Apfel schälen, das Kerngehäuse entfernen und in kleine, ca. 5 x 5 mm Würfel schneiden. Den Zitronensaft in eine große Schüssel geben und mit den Apfelstücken vermengen. Apfelwein, Essig und Öl einrühren.

 

Jede „Käsescheibe“ halbieren. Die Rote Beete sowie die Zwiebeln ebenfalls fein würfeln.

 

Käse, Beete sowie Zwiebeln in die Schüssel geben, alle Zutaten vorsichtig miteinander vermengen und abgedeckt mindestens 12 Std. ziehen lassen.

 

Mit Pfeffer und Salz abschmecken und mit Butter und Brot servieren.

 

 

 

...und wieder einmal war das fräulein glücklich!

 

 

Und hier findet ihr die Albträume anderer Blogger:

 

Kleiner Kuriositätenladen - Tacos mit Rinderzunge | Tacos de Lengua

 

Lebkuchennest - Saumagen mit karamellisierten Zwiebeln auf Wurzelpetersilienpüree

 

LECKER&Co - Leberpastete mit Cranberry-Birnen-Sauce

 

Langsam kocht besser - Kalbsleber Berliner Art

 

pinch of spice - Steckrüben-Waffeln

 

SavoryLens - Geröstete Rosenkohlsuppe mit karamellisierten Pekannüssen und Cranberries

 

Teekesselchen - Rosenkohlsuppe mit Birnentopping (vegan)

 

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